Der Rechtsstreit zwischen DFB-Präsident Theo Zwanziger und dem Journalisten Jens Weinreich endete nun mit einem außergerichtlichen Vergleich. Beide Parteien vereinbarten, keine weiteren rechtlichen Schritte gegeneinander anzustrengen. Ausgangspunkt war ein Kommentar Weinreichs zu einem Auftritt des DFB-Präsidenten in einer öffentlichen Veranstaltung: Zwanziger sei ein “unglaublicher Demagoge”, der die Ursache für alle Probleme des deutschen Fussballs beim Bundeskartellamt und dem europäischen Gerichtshof suchte. Dieses Werturteil des Journalisten sei durch die Meinungsfreiheit gedeckt, urteilten verschiedene Gerichte.
Jens Weinreich hat die ganze Auseinandersetzung in seinem Blog detailliert dokumentiert. Der Vergleich mit dem DFB mag zwar wie ein juristisches Unentschieden aussehen. Aber Weinreich hat in dieser Auseinandersetzung mit dem mächtigen Sportverband um die Meinungsfreiheit mehr politische Auswärtstore geschossen und geht meines Erachtens als Sieger vom Platz. Der DFB musste erleben, dass seine Medienmacht nicht ausreichte, um einen freien Journalisten mundtot zu machen. Mit verantwortlich dafür war eine gewaltige Solidarität im Internet, die Weinreich den Rücken stärkte und das Verhalten des DFB kritisch kommentiere. Den tendenziell undemokratischen, patriarchalisch geführten Spitzenverbänden des Deutschen Sports sollte dies eine Lehre sein.







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